Wohn- und Lebensqualität in Friedenau
Die Vorgärten in Friedenau
Ursächlich und geradezu unverzichtbar für die Qualität des Stadtteils sind die vielen Vorgärten in den Nebenstraßen, die häufig noch die ursprünglichen Gestaltungselemente zeigen.
Ihre Anlage geht auf die erste Bebauung Friedenaus in den 70er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts mit seinen freistehenden Landhäusern zurück.
Als gegen Ende des Jahrhunderts dann bereits der Bau mehrgeschossiger Miethäuser durch neue Bauordnungen ermöglicht wurde, blieben die Auflagen zur Anlage von Vorgärten obligatorisch.
Diese Vorgärten haben für den Charakter des Stadtraums eine herausragende Bedeutung, erweitern sie doch den öffentlichen Raum optisch bis an die Gebäudegrenzen und schaffen trotz der schmalen Straßen eine großzügige Gesamtwirkung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die optische Offenheit der Vorgärten, wie sie sich historisch entwickelt hat, erhalten bleibt.
Leider wird gegen dieses Gestaltungsprinzip häufig -oft nur aus Unkenntnis aber auch aus Gleichgültigkeit- verstoßen:
Hohe Hecken, durch Efeuberankung zugesetzte Zäune, dichter Bewuchs bis zu „Bambusplantagen“ oder sogar Sichtschutzzäune zerstören den Straßen- und Stadtraum.
Große Bäume mit ausladenden Kronen in den Vorgärten verdecken die Gebäude, verdunkeln die Wohnungen und stören die Transparenz des Stadtraumes.
Deshalb bitte nicht so:
Grundsätze
- Eine Transparenz vom Straßenraum bis zur Hausfassade muss geschaffen und erhalten werden.
Der Vorgarten ist die optische Erweiterung und die Fortsetzung des Straßenraumes, er ist „das vermittelnde Glied zwischen Haus und Straße, er muss also sowohl vom Haus aus gesehen und an und für sich anmutig und zweckentsprechend gestaltet sein, als auch von der Straße aus betrachtet, als freundlicher Rahmen und Vordergrund des Hauses erscheinen.“ (Saftenberg, 1910, S.14)
- Die Gestaltung des Vorgartens orientiert sich an der Gliederung des Straßenraumes und den Gestaltungselementen der Architektur des Hauses.
„Es ist ein Unding, zwischen dem Haus, das ein Werk der Architektur ist, und der Straße, die erst recht den Charakter des Regelmäßigen trägt, in der die gerade Linie das absolut Herrschende ist, eine „natürliche“ Landschaft nachzuahmen.“ Saftenberg, S.10 f.
- Die historischen Elemente, die Sockelmauer, die schmiede- oder gusseisernen Gitter, die Wegeinfassungen sollten erhalten bzw. rekonstruiert werden.
„Jägerzäune“, Maschendraht und ähnliches stören das Stadtbild empfindlich, Schlingpflanzen und Hecken verdecken die historischen Elemente und unterbinden die optische Transparenz.
Fehler kann man korrigieren
Hatte noch 2013 ein hässlicher Jägerzaun in der Albestraße das historische Gebäude Nr. 23 verunziert so ist dort inzwischen mit einer rekostruierten Einfriedung der positive Gesamteindruck des Ensembles wieder hergestellt.
Es wäre großartig, wenn sich viele Eigentümer diesem Beispiel anschließen.
Auch in der Albestraße 4 gab es eine Korrektur, die Überrankung mit Efeu wurde entfernt, der Durchblick geöffnet, allerdings droht von innen eine Tuja-Hecke.













