WO LIEGT FRIEDENAU
Befördert durch den Schriftsteller David Born und dem von ihm initiierten „Landerwerb- und Bauverein auf Aktien“ entstand auf dem Gebiet des alten Rittergutes Deutsch-Wilmersdorf, das der Hamburger Kaufmann und Stadtentwickler Johann Anton Wilhelm von Carstenn 1868 erworben hatte, ab 1871 eine Landhauskolonie.
Die Grundlage bildete ein Bebauungsplan, den Carstenn von dem später zu Ruhm gekommenen Kirchenbauer Johannes Otzen ausführen ließ. Der markante Straßen-Grundriss prägt als sogenannte Carstenn-Figur noch heute den Stadtplan. Nach dem den Deutsch-Französischen Krieg beendenden Friedensschluss von 1871 „Friedenau“ genannt, wurde die Kolonie am 9. November 1874 zur selbstständigen Gemeinde erhoben. Bei der Bildung der „Einheitsgemeinde Groß-Berlin“ 1920 wurde Friedenau zum Ortsteil des neugebildeten Bezirks Schöneberg.
Die Grenze des Ortsteils verläuft heute im Norden parallel zur Ringbahn-Trasse, im Westen entlang der Laubacher Straße zu Wilmersdorf und im Südwesten entlang der Bornstraße zu Steglitz. Die Ostgrenze Friedenaus zum Ortsteil Schöneberg verläuft entlang der Haupt- und der Fregestraße.
Vor 1945 verlief die Grenze nach Osten zwischen Stierstraße und Lauterstraße, zwischen Fregestraße, Holsteinische Straße und Dickhardtstraße. Weshalb nach 1945 die Ortsteilgrenze verändert wurde ist nicht gesichert nachgewiesen.
Nach Süden verlief die Grenze ursprünglich zwischen Bornstraße und Markelstraße, heute an der Bornstraße.
Es gibt jedoch darüberhinaus ein „gefühltes Friedenau“, das ist der Teil von Schöneberg südlich des S-Bahn-Ringes, das „Malerviertel“ mit der Rubensstraße als östliche Grenze.
